Vereinsausflug des Reformierten Frauenvereins nach Herisau

20160817 152935Am Abend des 17. August stieg eine wohl gelaunte Reisegesellschaft aus einem Reisecar aus. Dass die Reisenden einen zufriedenen Tag hinter sich haben, konnte man allen ansehen. Die Verabschiedung war demnach auch herzlich und freudig. Nun aber von vorne: Schon am frühen Morgen spannte sich ein farbenprächtiger Regenbogen über Allschwil. Das war die erste freudige Überraschung des Tages.

Danach konnte uns der Regen beim Einsteigen in den Car die Reiselust nicht mehr verderben. Bald blickten Sonnenstrahlen durch die Wolken und verliessen uns nicht mehr. Die Reise führte uns zuerst nach Zweidlen. Wer war schon dort? Niemand kannte diesen Ort oder war je dort gewesen. Der Kaffee mit Gipfeli in der Gartenwirtschaft des war für alle willkommen nach einer 1 1/2 stündigen Fahrt. Nach dieser Stärkung folgte die zweite Reiseetappe, bis wir nach der Autobahn durch die lieblichen Hügel des Appenzellerlandes nach Herisau gelangten. Im Landgasthof Säntis wurden wir erwartet und durften bald ein feines Mittagessen geniessen. Am schön gedeckten Tisch wurden neue Bekanntschaften geschlossen oder andere aufgefrischt. Die Pflege der Gemeinschaft ist wichtig auf diesen Ausflügen. Nach dem Dessert - Apfelstrudel mit warmer Vanillesauce (beim Schreiben läuft mir das Wasser im Munde zusammen) - blieb noch eine gute halbe Stunde für einen kleinen Verdauungsbummel, bis wir in der <kulturwerkstätte appenzellerland=""> zum Höhepunkt des Tages erwartet wurden. Frau Maja Stieger spielte uns als Einstieg einen Naturjodel auf dem Hackbrett und erzählte uns anhand einer Diaschau von der Familientradition der Streichmusikerfamilie Alder. Werner Alder, der in der 6. Generation nicht nur Appenzellermusiker ist, widmet sich als gelernter Schreiner mit viel Fachkenntnis und Talent dem Hackbrettbau. Er erklärte uns Details aus dieser hohen Kunst. Vom Aussuchen der stehenden Bäume, die vielen Kriterien Stand halten müssen, über 15 jährige Holzlagerung bis zum wohlklingenden Instrument erfuhren wir Details, von denen niemand von uns je gehört hatte. Der Vortrag, gehalten im gemütlichen Appenzellerdialekt, wurde immer wieder mit Musik untermalt. Werner Alder, der seit seinem 6. Altersjahr Hackbrett spielt und Maja Stieger, Violine, spielten verschiedene Tänze. Dazu jodelten sie oder liessen Jauchzer erschallen. Das war so ansteckend, dass sogar in der Zuschauerreihe mitgesungen, gezäuerlet und gejauchzt wurde. Auch das Talerschwingen führten sie uns vor. Die Stunde verfloss im Nu. Wer wollte - und alle wollten - hatte noch Gelegenheit, zwei Stockwerke weiter oben die Schreinerei zu besichtigen, wo diese edlen Instrumente entstehen. Man hätte noch lange zuhören und zuschauen mögen, doch die lange Heimreise mahnte uns zum Aufbruch. Wir waren uns alle einig. Es war ein rundum gelungener Tag. Der Regenbogen, der am Morgen so farbenprächtig am Himmel stand, hat sich in seiner Farbenvielfalt über den ganzen Tag gespannt.

Margreth Häberlin

DIASHOW