SeidenbandmuseumLiestalDer Reformierte Frauenverein Allschwil/Schönenbuch besuchte am 20. Juni in Liestal die Dauerausstellung Seidenband im Museum BL. Im Rahmen der regelmässigen Mittwochtreffs fand Anfang Juni ein Vortrag über die Posamenterie statt. Die Referentin Frau Katrin Blassmann, Biologin und Museumspädagogin, regte an auch noch die Ausstellung im Museum zu besuchen. Man kann dort funktionstüchtige Webstühle in Aktion sehen.

Im 17.Jh. kamen Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, welche die Seidenbandweberei beherrschten, in unsere Gegend. Sie gründeten die Seidenband-Industrie. Bauten in der Stadt wunderbare Häuser, z.B. am Rheinsprung das Blaue Haus und das Weisse Haus der Gebr. Sarasin

Im Baselbiet war die Heimposamenterie sehr verbreitet. In vielen Bauernhäusern stand ein Webstuhl. Die ganze Familie arbeitete daran um ein Zubrot zu verdienen. Sogar die Kinder mussten mithelfen und die Spulen wickeln.

Im Museum steht eine funktionierende Bändelmühle, die 1764 gebaut wurde und bis 1904 in Sissach in Betrieb war. Darauf können bis 16 bunte Bänder gleichzeitig produziert werden.

Nach der Elektrifizierung im 19. Jh. entstanden Fabriken, die konkurrenzierten die Heimarbeit.

Zu Beginn wurde die Seide mit Naturfarben gefärbt. Ab dem 19.Jh. wurden Anilin-Farben verwendet. So entwickelte sich die chemische Industrie in Basel (Ciba, Geigy, Sandoz, Durand-Huguenin: die heutige Novartis) zuerst in der Farbenproduktion, später dann in der Entwicklung von pharmazeutischen Produkten.

Falls Sie mehr über die Seidenbandweberei erfahren möchten, besuchen Sie das Museum BL in Liestal. Jeden 1. Sonntagnachmittag im Monat kann man Weberinnen bei der Arbeit an den ratternden Webstühlen zuschauen.

Hedy Losenicky